Freiwillig?!
Die Feuerwehr - Dienst am Nächsten
Was bedeutet eigentlich ``freiwillig``? Nichts anderes als aus ``freiem`` Willen. Doch diese Eigenschaft, etwas freiwillig zu leisten, dass heißt auch ohne Entgelt bzw. Lohn, ist in der heutigen Zeit ein seltenes Gut. Die Gesellschaft setzt immer mehr auf sich selbst, auf das eigene Wohlergehen. Jeder versucht das Beste für sich zu erreichen und das, wenn möglich ohne viel Aufwand. Sicher, daran ist nichts auszusetzen, doch wer hilft dann, wenn jemand die Hilfe eines anderen benötigt, sei es bei einem Unfall oder in anderen Situationen.
Die Freiwillige Feuerwehr leistet Dienst am Nächsten, und das Ganze entgeltlos und freiwillig (mit Ausnahme in best. Fällen.) Das Motto aller Feuerwehren in der ganzen Welt, sei es in Europa oder in Amerika ist: ``Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr. ``
Manche glauben z. B., dass die Frauen und Männer von der Feuerwehr fest angestellt sind und für ihre Arbeit Geld bekommen. Dieses gilt aber nur für Städte die eine Berufsfeuerwehr (über 100.000 Einwohner) unterhalten. Hier in Ottensen oder auch in Buxtehude sowie in allen anderen Ortschaften und Städten macht diese Arbeit auch eine Feuerwehr, aber diese ist eben freiwillig. Das heißt nichts anderes, als das die Feuerwehrleute normal ihrem Beruf nachgehen und während der Arbeits- und Freizeit an Einsätzen sowie Übungsdiensten teilnehmen.
Jetzt stellt sich die Frage, wer leistet eigentlich Dienst bei der Feuerwehr? Braucht man einen dementsprechenden Beruf? Nein, die Feuerwehr Ottensen hat Mitglieder aller Alters- und Berufsgruppen. Dies sind Handwerker wie Installateure, Schlosser usw. Daneben aber auch Schüler, Studenten, Beamte, Kaufleute, Akademiker, alle mit dem gleichen ideellen Ziel, den Betroffenen eines Unglücks zu helfen. Dabei ergänzen sich die unterschiedlichen Ausbildungen und privaten Neigungen ideal. Alles, von handwerklichen Detailkenntnissen bis zum Organisationstalent ist gefragt.
Was ist überhaupt die Aufgabe der Feuerwehr? Feuer löschen, würde man sofort sagen.
Dies ist zwar richtig aber längst nicht mehr die alleinige Hauptaufgabe. Längst sind Brandeinsätze nicht mehr der Schwerpunkt, sondern die vielfältigen technischen Hilfeleistungen. Die vielen technischen Errungenschaften dieses Jahrhunderts in Verkehr und Industrie brachten aber auch gleichzeitig viele Gefahren mit sich. Heute reicht die Einsatzpalette von der Rettung von Unfallopfern bei Verkehrsunfällen oder anderen Unglücksfällen über Ölschadeneinsätze, Chemieunfälle, Sturmschäden bis hin zur Tierrettung.
Statistisch gesehen ist der Anteil der allgemeinen Hilfeleistung wesentlich höher als bei Löscheinsätzen. Dieses bedarf natürlich einer fundierten Ausbildung.
Ein/e Feuerwehrmann/frau erfährt heute bis zu seinem ersten Einsatz eine umfangreiche Ausbildung. Die Laufbahn beginnt oft schon mit der Mitgliedschaft in der Jugendfeuerwehr Estetal, die wir hier in Ottensen zusammen mit Zug II der Feuerwehr Buxtehude betreiben.
In der Zeit der Ausbildung werden alle Wissensgebiete der Feuerwehr vermittelt, der Umgang mit den Geräten geübt und nicht zuletzt die Begriffe Kameradschaft und Zuverlässigkeit in die Tat umgesetzt. Mit 16 Jahren werden diese Feuerwehranwärter dann in die Einsatzabteilung übernommen. Man muß aber nicht in jungen Jahren anfangen, um in die Feuerwehr zu kommen. Man kann auch problemlos als Seiteneinsteiger sofort in der Einsatzabteilung anfangen.
Was macht die Feuerwehr, wenn sie keinen Einsatz fährt? Im Vordergrund steht hier wieder mal die Ausbildung. In der heutigen Zeit haben sich nicht nur das Einsatzbild geändert, sondern auch der Umfang der Geräte, mit denen die Feuerwehr arbeiten muss. Klar, es gibt noch Schläuche, Stahlrohre und Pumpen, aber dazu kommt eine Vielzahl von Spezialgeräten wie z. B. Atemschutzgeräte, Funktechnik, Rettungsschere und - spreizer usw.
Hinzu kommt die Ausbildung über Einsatztaktiken um zu wissen, wie man sich in Gefahrensituationen richtig zu verhalten hat und dabei keinen anderen oder sich selbst zu gefährden. Doch Ausbildung ist nicht alles, auch der Spaß soll dabei nicht zu kurz kommen. Auf dem Programm stehen eine Menge von anderen Aktivitäten, die gar nichts oder nur zum Teil mit der Feuerwehr zu tun haben, wie z.B. Wettkämpfe mit anderen Wehren, Ausfahrten, das Ausrichten des Laternenumzuges oder des ,,Tannenbaumverbrennens’’ in Ottensen.
Vor allen Dingen das Thema ``Kameradschaft`` wird ganz groß geschrieben. Es ist wichtig den Kameraden zu kennen, um zu wissen, dass man sich auf ihn verlassen kann. Ein Leitspruch gilt für alle Feuerwehren: Einer für alle, alle für einen. Wenn jemand gefragt wird, warum er oder sie bei der Feuerwehr ist, hört man meistens, dass das Erfolgserlebnis, jemanden geholfen zu haben im Vordergrund steht und auch hier spielt die erwähnte Kameradschaft wieder eine große Rolle.
Doch es gibt auch Schattenseiten, die man nicht verschweigen darf. Mitglied der Feuerwehr zu sein, heißt, dass man Tag und Nacht, sofern man vor Ort ist, mit einem Einsatz rechnen muss. Das bedeutete mitunter auch, dass man mitten in der Nacht aus dem Bett geholt wird, um einen Einsatz zu fahren, denn Notfälle nehmen keine Rücksicht auf die Tageszeiten und Gewohnheiten. Aber trotz allem bietet die Feuerwehr eine interessante Freizeitbeschäftigung mit viel Spaß und sozialem Charakter.
Interesse? Kein Problem, jedermann/frau kann uns vorbehaltlos und ohne Scheu einen Besuch bei einem unserer Dienste abstatten. Die Feuerwehr Ottensen sucht jederzeit Mitglieder.
Wir sind jeden zweiten Dienstag sowie den letzten Freitag im Monat um 19.30 Uhr im Feuerwehrgerätehaus, Estewiesen 25 oder telefonisch unter 04161/83902 zu erreichen.
Sonstige Termine können der Info-Tafel am Gerätehaus entnommen werden
Man sieht sich bei der Feuerwehr!
(Ralf Wegener Gruppenführer / Schriftführer)